Im Sport – genauso wie im Berufsleben – begegnen uns sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Es gibt Athletinnen und Athleten, die beratungsresistent sind, ihren eigenen Weg verfolgen und Rückmeldungen kaum integrieren. Und es gibt jene, die bereit sind, sich coachen zu lassen, zuzuhören, kritisch zu reflektieren und Veränderungen konsequent umzusetzen.
Mit Shana durften wir in den letzten Wochen genau diesen zweiten Weg gehen. Sie kämpfte seit einiger Zeit mit wiederkehrenden Rückenbeschwerden. Anstatt Symptome zu ignorieren oder „durchzudrücken“, haben wir gemeinsam die Situation analysiert und bereits seit dem letzten Rennen vor einer Woche gezielt Anpassungen vorgenommen.
In dieser Phase arbeiteten wir täglich mit einem individuell abgestimmten Mobilisations- und Stabilisationsprogramm. Ziel war es, Spannung aus dem Rücken zu nehmen, die Hüftfunktion zu verbessern und die Basis für eine saubere Kraftübertragung zu schaffen. Ergänzend dazu starteten wir an den Renntagen mit einer strukturierten Gluteus-Aktivierung mittels Flexvit-Band.
Gerade im Rennsport – insbesondere im Cyclocross/Radquer – ist die Aktivierung der Gluteusmuskulatur und eine stabile Hüftachse zentral. Sie bilden die Grundlage für effiziente Kraftübertragung auf das Fahrrad, saubere Technik in technisch anspruchsvollen Passagen und ökonomisches Fahren unter hoher Belastung. Dieses Prinzip gilt genauso für andere Raddisziplinen wie Strasse oder Mountainbike.
Parallel dazu passten wir auch das taktische Setup an. Shana hörte aufmerksam zu, setzte die Rennstrategie um und nahm während des Rennens externe Anweisungen auf. Entscheidend war dabei nicht das blinde Befolgen, sondern das aktive Mitdenken und anschliessende Reflektieren gemeinsam mit dem Team.
Der Transfer in den Arbeitsalltag ist offensichtlich: Entwicklung entsteht dort, wo Offenheit, Vertrauen und Bereitschaft zur Veränderung zusammentreffen. Menschen – ob im Sport oder im Unternehmen – wachsen dann, wenn sie zuhören, reflektieren und Verantwortung für ihre Entwicklung übernehmen.
